Die Nachbarkommunen haben
inzwischen Gutachter beauftragt, die Auswirkungen auf die jeweiligen Städte
konkret untersuchen sollen.
Gleichzeitig beschäftigt
sich auch die Bezirksregierung mit dem Vorhaben.
Von der Stellungnahme aus
Arnsberg wird ein grundsätzlicher Trend erwartet, ob ein ECE für
Soest aber auch für die Region verträglich ist.
Es gilt als wahrscheinlich,
dass sich die Soester Politiker, die letztendlich über die Ansiedlung
entscheiden, am Votum der Bezirksregierung orientieren werden.
Unterdessen hat die Westfalenpost
Händler in der Soester Innenstadt - sowohl in der Fußgängerzone
als auch im Grandweg oder in der Jakobistraße - befragt, wie sie
denn zu dem Projekt stehen.
Mitarbeiterin Simone Klug
hat insgesamt 70 Einzelhändler befragt.
Eindeutiger Trend:
Der überwiegende Teil
- nämlich 44 der Befragten - ist der Meinung, dass Soest ein Einkaufscenter
in dieser Größenordnung nicht braucht.
13 würden die Realisierung
begrüßen und weitere 13 sind bisher noch unentschlossen.
Die „Ablehner" kritisieren
in erster Linie die Größe. Viele von ihnen sind der Meinung,
dass sich in der Innenstadt sehr wohl etwas tun muss.
Und dass auch ein Einkaufscenter
zur Aufwertung von Soest als Einkaufsstadt beitragen kann.
Allerdings erscheinen die
von ECE beantragten 20 000 Quadratmetei als völlig überdimensioniert.
"Das macht die Stadt Soest
kaputt. Die Innenstadt wird aussterben", formulierte eine Händlerin
stellvertretend für viele.
Auch die Forderung vieler
Bürger nach zusätzlicher Fläche für Lebensmittel in
der Innenstadt wird vom Handel kritisch gesehen. Schließlich habe
es noch vor wenigen Jahren genügend Lebensmittelgeschäfte in
der Innenstadt gegeben.
Die aber seien nicht angenommen
worden.
Statt dessen seien die Kunden
„auf die grüne Wiese" zum Einkaufen gefahren.
Zudem wird angezweifelt,
dass das ECE zusätzliche Kundenströme nach Soest locken wird.
Vielmehr fürchtet man, dass im Shopping-Center überwiegend Filialisten
Mieter sein werden, die zum Teil jetzt schon in der Brüderstraße
ansässig sind und diese Ladenlokale dann räumen werden.
Die Befürworter gehen
davon aus, dass Soest als Einkaufsstadt enorm gewinnen wird und die zusätzliche
Konkurrenz das Geschäft eindeutig beleben werde.
„Wer kann denn so blöd
sein und dagegen stimmen? Ein solcher Anziehungspunkt wird doch viel mehr
Leute nach Soest locken", begrüßt ein Händler das umstrittene
Bahnhofs-Projekt. |