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Busbahnhof - Niere - Häuser - und sogar Binnerwall müssen weichen |
Soester Anzeiger vom 28. März 2003 - hs -
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| Trotz aller Euphorie, die bei der öffentlichen Präsentation des ECE-Einkaufszentrums vor dem Stadtrat mitschwang: Bevor das 80 Millionen Euro schwere Projekt am Bahnhof verwirklicht wird, haben Gutachter das Wort und sollen Chancen und Risiken des riesigen Laden-Zentrums ausleuchten. Darauf haben gestern die ECE-Manager zusammen mit Bürgermeister Eckhard Ruthemeyerund Wirtschaftsförderer Ferdinand Griewel hingewiesen. |
| Vier „renommierte Institute" sind angeschrieben worden, ihre Angebote für die Expertise einzureichen. Zwar habe die Industrie- und Handelskammer bereits betont, ein solches Einkaufszentrum sei „verträglich für die Region", doch „wir wollen solche Einschätzungen durch ein unabhängiges Gutachten belegen", sagte Griewel. |
| In drei Monaten werden erste Ergebnisse erwartet. Eine interne Arbeitsgruppe mit Vertretern der Stadt, der IHK, des Einzelhandelsverbands und der Bezirksregierungg wird den Prozess begleiten. Diskutiert wird er zudem in der so genannten Lenkungsgruppe, die sich bereits vor zwei Jahren gebildet hatte, um das Thema Stadtmarketing anzugehen. |
| Bis jetzt existiert nur ein Kooperations-Vertrag |
| Auf externen Rat setzt ECE auch bei der Verkehrsführung rund um das Zentrum. Projektentwickler Jörg Banzhaf: Für die Fußgänger werden zwei stufenlose Eingänge am Brüdertor und vor dem Bahnhof geschaffen. Der Autoverkehr wird völlig neu geordnet. Die Ringstraße (Aldegreverwall und Brüder-Walburger-Wallstraße) wird an der Stelle verschwinden und weiter nördlich vor dem Bahnhof komplett neu angelegt. Mit den Details werde man ein Spezial-Büro beauftragen. |
| Reichlich Schularbeiten müssen aber auch Stadt und ECE erledigen. Bislang verbindet beide Seiten nur eine Kooperations-Vereinbarung. |
| Demnächst aber soll ein Vertrag aufgesetzt werden, um Grundstücke und Kosten auseinander zu dividieren. So benötigt ECE städtische Flächen für das Einkaufszentrum. Parallel dazu hat der Konzern - wie berichtet - das Ruhr-Lippe-Areal, das Grundstück der Maschinenfabrik Herlitzius und das Wohn- und Geschäftshaus (mit der Spielhölle) am Brüdertor gekauft. |
| Außerdem hatte die Stadt bereits vergangenes Jahr einen drei Hektar großen Streifen entlang der Bahngleise erworben, auf dem nun der Ersatz-Betrieb für die Ruhr-Lippe, aber auch ein Kino platziert werden sollen. |
| Von Neidern, Richtern und ein wenig Gestank |
| Mit ins große Vertragspaket werden schließlich noch der Straßenneubau und das Umfeld gepackt. Das Ziel für Ruthemeyer lautet: Wir geben unsere Flächen her; aber wir legen keinen Euro dazu. |
| Das grobe Ziel muss sich auch für ECE rechnen. Banzhaff: „Bei uns gibt es eine Obergrenze." Damit die Rechnung aufgeht, fügte Ruthemeyer vorsorglich hinzu: „Es kann keine Deluxe-Lösung geben." |
| Doch die Verteilung der Flächen und Kosten bilden für Ruthemeyer und Banzhaf („Wir sitzen in einem Boot") nicht den dicksten Brocken. Vielmehr müsse erst einmal Baurecht geschaffen werden. Dazu dient das Gutachten. |
| Doch der Manager schließt nicht aus, dass „Neider" auftreten und den Investoren Steine in den Weg legen könnten. |
| Rollen solche Steine bis zum Gericht, könnte es eng werden. |
| Banzhaf: „Jeder Furz wird von einem deutschen Richter ernst genommen." |