Das "ECE-Einkaufscenter" Soest am Bahnhof - Gigantisch
Busbahnhof - Niere - Häuser - und sogar Binnerwall müssen weichen

Soester Anzeiger vom 28. März 2003 - hs - Foto: Dahm


"Immer nur Maßanzüge"
INTERVIEW: ECE-Projektentwickler Jörg Banzhaf über das Soester Einkaufszentrum. Die ersten Händler haben sich bereits nach Mietverträgen erkundigt.

Wo immer ECE in Deutschland seine Fühler ausstreckt, um ein neues Einkaufszentrum aus dem Boden zu stampfen, ist Jörg Banzhaf nicht weit. 
Als Objektentwickler bereitet der DiplomIngenieur das Feld für die zum Otto-Konzern gehörende Gesellschaft. 
Er verhandelte über viele Monate mit der Ruhr-Lippe und den anderen Grundeigentümern, er sprach mit den maßgeblichen Leuten in Politik, Verwaltung und Verbänden. 
Über das Soester Projekt sprach Holger Strumann mit dem ECE-Manager.
Herr Banzhaf, es gibt 71 ECE-Einkaufszentren in Deutschland und einigen Nachbarländern. Wie viele haben Sie davon entwickelt?
Banzhaf:
Ich bin seit dreieinhalb Jahren-bei ECE und habe zwei Center entwickelt. Zuvor war ich Geschäftsführer einer ProjektsteuerungsGesellschaft in Frankfurt.
Jörg Banzhaf zieht die Fäden für das ECE Einkaufs- zentrum am Bahnhof
Ihre Referenzobjekte stehen in Dresden, Wuppertal, Bayreuth und Koblenz - alles Städte, die erheblich größer sind als Soest. Gehen Sie nun über Land?
Banzhaf: 
Nicht alle Städte sind erheblich größer als Soest; Bayreuth zum Beispiel hat zwischen 60000 und 70 000 Einwohner. Eine Stadtgröße sagt für uns wenig aus; maßgeblich für uns ist die Größe des Einzugsgebiets, da spielen Stadtgrenzen keine Rolle. Und da haben wir hier in Soest 285 000 Menschen und das ist ausreichend.
Was wird das Besondere des ECE in Soest sein? Wodurch unterscheidet es sich von anderen Objekten?
Banzhaf:
Alle 71 Häuser unterscheiden sich grundlegend von den anderen, weil unsere Center immer Maßanzüge für die jeweilige Stadt sind. Die Auswahl der Geschäfte wird immer der Situation angepasst, wenngleich die großen Filialisten ins Auge springen. Auch die Planung ist ein Maßanzug; wir reagieren auf die städtebauliche Situation und achten in Soest zum Beispiel auf die Kleinteiligkeit der Stadt.
Der Aufbau einer City-Galerie in Soest wird erhebliche Bewegung in den Soester Einzelhandel bringen. Der Schwerpunkt mit den l a-Lagen wird sich zum Brüdertor hin verlagern. Kaufleute im Grandweg, in der Jakobistraße und in der Rathausstraße werden das Nachsehen haben. Haben sich bei Ihnen schon Einzelhändler gemeldet, die gern unter das Dach des ECE ziehen wollen?
Banzhaf:
Ja, die gibt es: der ein oder andere aus Soest und aus der Umgebung, aber auch schon der ein oder andere Filialist. Aber im Moment stecken wir noch nicht in der Phase ernsthafter Vermietungsgespräche.
Die Idee, gestaffelte Mieten zu nehmen, klingt reizvoll. Wer würde für 10 Euro den Zuschlag bekommen, wer für 80 Euro?
Banzhaf: 
Das ist eindeutig branchenabhängig. Ein Lebensmittelhändler wird sicherlich nicht 80 Euro zahlen können, sondern wird sich eher am unteren Ende bewegen. Eine Parfümerie dagegen wird in der Lage sein, 80 Euro aufzubringen.
Wir haben den Eindruck, dass eine breite Koalition in Soest hinter dem Projekt steht. Gesetzt den Fall, das Baurecht wird alsbald hergestellt: Sehen Sie dann noch irgendein Hindernis, das dem Bau des Einkaufscenters im Weg stehen könnte?
Banzhaf:
 Eigentlich nicht.

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