Das "ECE-Einkaufscenter" Soest am Bahnhof - Gigantisch
Busbahnhof - Niere - Häuser - und sogar Binnerwall müssen weichen

Soester Anzeiger vom 22. Mai 2003 - brü - Foto: Brüggestraße


"Städtebauliches Verbrechen"
ECE Die Initiative "Vorwärts mit Soest-ohne ECE" formiert sich, und schon wird die Wortwahl härter. Höflicher Applaus für Ratsherrn unter den Zuhörern

Ursula Weihs, Walter Raubaum und Dieter Zurmühl bilden das Sprechertrio der Bürgerinitiative gegen das Einkaufszentrum am Bahnhof.
Seit Dienstagabend hat der bislang lockere Gesprächskreis einen formalen Rahmen - mehr als 80 Interessierte waren zum zweiten Treffen erschienen und setzten damit für Initiator Walter Raubaum „ein deutliches Zeichen, dass noch alles drin" sei. 
Gemeinsames Ziel: Verhindern, dass am Eingang zur Fußgängerzone ein „städtebauliches Verbrechen stattfindet", das in einem „Klotz" von 270 Metern Länge, 17 Metern Höhe mit 20 000 Quadratmetern Einkaufsfläche
"Noch ist alles drin". Die Gründungsmitglieder der Anti-ECE-Initiative.
  die Hälfte von dem an einer Stelle vorhält, was ganz Soest derzeit an Shopping-Fläche biete.
„Wir haben in Soest dann rechnerisch pro Kopf dreimal so viel Verkaufsfläche wie Berlin", rechnete Klaus Schmedtmann vor.
Buchhändler Walter Weihs lieferte den Namen der Interessengemeinschaft, der auch kurz, knackig und prägnant das Programm verdeutlichen soll: „Vorwärts mit Soest - ohne ECE".
Gut zwei Stunden dauerte die Gründungsversammlung im Bürgerzentrum. Gleich nach den Vorstandswahlen widmete man sich organisatorischen Details, diverse Arbeitsgruppen wurden gegründet: Von der Öffentlichkeitsarbeit über Kontakte zur lokalen und regionalen Politik bis hin zum Internetauftritt sollen in kürzester Zeit Daten, Fakten und Hintergründe unter das Volk gebracht werden.
„Wir wollen das Maß an Transparenz herstellen, das Verwaltung und Politik den Soestern bislang vorenthalten haben", so Sprecherin Ursula Weihs.
Weil man den Gutachten, die noch gar nicht vorliegen, schon jetzt misstraut, will man selber Kontakt zu den Städten suchen, in denen vergleichbare Einkaufswelten bereits entstanden sind. Denn die Expertisen werden von ECE selber bezahlt. 
Getreu dem Motto „Wes Brot ich ess" stehe das positive Ergebnis wohl schon im Vorfeld fest, so die einhellige Befürchtung.
Zurückhaltend höflichen Applaus erntete CDU-Geschäftsführer Lothar Lindemann, der sich als einziger Ratsvertreter unter die Zuschauer gemischt hatte und sich zumindest von dem Vorwurf „reinwaschen" wollte, man spiele „hinter verschlossenen Türen Schicksal für Soest".
Händeringend gesucht wird derzeit noch juristische Unterstützung - wer weiß schon aus dem Stegreif, wie man ein formal korrektes Bürgerbegehren in Gang setzt?
Bis zum nächsten Treffen am 3. Juni um 19 Uhr im Bürgerzentrum will man Schriftliches präsentieren können, ein Kritikpapier nebst Unterschriftenliste soll so schnell wie möglich auf den Tisch. 
 
Für weitere Informationen stehen Walter Raubaum unter Telefon Soest 7 45 97 und Ursula Weihs unter 1 34 49 oder 1 39 67 zur Verfügung.

Zurück