SPD legt Widerspruch ein
SOEST • Die SPD legt Widerspruch
gegen den Beschluss den Bauausschusses ein, das Planverfahren für
das ECEEinkaufszentrum zu starten. „So eine grundlegende Entscheidung gehört
einfach in den Stadtrat", sagte Fraktionschef Prof. Werner Kirsch.
Die Sozialdemokraten seien gespannt
auf die Ratssitzung Ende des Monats; denn dann müssten sämtliche
Ratsmitglieder Farbe bekennen. • hs
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BG reagiert überrascht
SOEST • „Das ist alles äußerst
unglücklich gelaufen", meint BG-Chef Rolf Strothkamp. Noch zwei Stunden
vor der Bauausschuss-Sitzung hatte er betont, die beiden BG-Vertreter würden
für eine Vertagung stimmen. Doch dann kam es anders. Immerhin, so
Strothkamp, hätten die beiden erreicht, dass die ECE-Pläne „nur
zur Kenntnis" genommen worden seien und nun die Bürger beteiligt würden.
• hs
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„Lassen Sie die mal machen..."
Wer in Soest die Leute nach dem
ECE fragt, bekommt dreierlei Antworten: Dafür, dagegen, „kann's nicht
mehr hören". Aber eine Meinung hat jeder
SOEST • „Ich kann es einfach
nicht mehr hören" und „irgendwie hängt's einem zu den Ohren heraus".
Längst nicht jeder wollte sich gestern in der Fußgängerzone
auf das Thema ECE ansprechen lassen. Die meisten aber verfolgen die Diskussion
intensiv und haben sich eine Meinung gebildet.
Elvira Pankratz ist gegen das ECE:
„Die Stadt ist zu alt
und zu schön für so ein
Monstrum. Das Vorhaben ist blanker Unsinn." Senda Prankratz meint: „Die
Fußgängerzone wird sterben, das ist doch klar."
Eine andere junge Dame will ihren
Namen nicht nennen, ist aber auskunftsfreudig: „Ich finde die Idee toll.
Wissen Sie, ich arbeite hier als Textil-Verkäuferin und sehe selber,
wie oft Soester woanders hinfahren, weil sie hier nichts finden." Und die
Fußgängerzone? Naja, die sei sowieso jetzt schon tot, meint
die Dame: „Lassen Sie die mal machen: Die Stadt wächst schließlich."
Oma Krüger ist richtig sauer:
„Quatsch mit ECE - was hier fehlt, sind Lebensmittelgeschäfte in der
Fußgängerzone. Wir alten Leute dürfen uns abschleppen."
Irmgard Schmitz: „Die Fußgängerzone
ist tot, wenn das ECE kommt, aber das Angebot ist auch so nicht das beste."
Die Dame vom Kiosk am Bahnhof meint: „Das Ding wird am Anfang Riesenzulauf
haben, und dann läuft sich das tot: Ich kenne das vom Allee-Center
in Hamm. Einmal war ich drin, und ich war so was von enttäuscht."
• brü |
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KOMMENTAR
Alle müssen was davon
haben
Eine turbulente Woche geht zu Ende.
Das ECE-Vorhaben hat eine wichtige Hürde genommen. Glaubt man CDU
und BG, soll nun die eigentliche Diskussion beginnen. Denn noch sei alles
offen. Der Beweis dafür steht aus. Am ehesten ließe er sich
erbringen, indem eine Art „Runder Tisch" initiiert wird, an dem alle Interessen
vertreten sind.
Herauskommen sollte ein vernünftiger
Kompromiss: ein Einkaufszentrum am Bahnhof in reduzierter Größe,
eine überzeugende Verkehrsplanung und - zeitgleich - eine gewaltige
Kraftanstrengung, um die Innenstadt zu stärken. Wenn alle drei Punkte
bewältigt sind, wird es am Ende nur Sieger geben und Soest wäre
ein gehöriges Stück vorangebracht.
Wer sich aber nur ums ECE kümmert,
wird seinem Auftrag nicht gerecht, die Stadt als Ganzes zu begreifen und
sich allen verpflichtet zu fühlen. • HOLGER STRUMANN |
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